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© Stefan Neeve
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Blutspenden sind bei schweren Erkrankungen, Operationen oder Unfällen oft lebensrettend. Sie werden durch das
Engagement vieler freiwilliger Spender zur Verfügung gestellt. Diese Bereitschaft zur Hilfe ist für die Betroffenen von
unschätzbarem Wert. Etwa zwei Millionen Menschen spenden jährlich in Deutschland ihr Blut für andere. Trotz dieser
großen Spendenbereitschaft drohen allerdings immer wieder Versorgungsengpässe, vor allem in den Sommermonaten.
Für Plasma besteht in Deutschland ein großes Spendendefizit: Derzeit fehlen etwa 200 000 Liter im Jahr. Diese
Spendenlücke kann bislang nur durch Plasmaimporte vor allem aus den USA geschlossen werden. Deutschland und
auch die anderen Mitgliedsstaaten der EU streben daher eine Selbstversorgung auch mit Blutplasma an. Blutplasma, der
flüssige Bestandteil des Blutes neben den Blutzellen, wird zur Herstellung von wichtigen Medikamenten, wie
Gerinnungspräparate für Bluter, benötigt.
Ein wichtiger Schritt zur Erhöhung des Plasmaaufkommens ist die verstärkte Gewinnung von Plasma über ein spezielles
Verfahren: die Plasmaspende. Dies ist aber im Gegensatz zur üblichen Blutspende in der Bevölkerung hierzulande noch
weitgehend unbekannt.
Mit seinen zahlreichen, nicht künstlich herzustellenden Inhaltsstoffen wird Blutplasma für die Herstellung vieler wichtiger
Arzneimittel benötigt. Beispielsweise zur Herstellung von Präparaten für die Blutgerinnung oder als Mittel gegen
Schockzustände bei schweren Verletzungen oder großflächigen Verbrennungen. Wieder andere Präparate werden zur
Infektabwehr benötigt oder helfen bei der Behandlung eines angeborenen oder erworbenen Antikörpermangels.
In diesen und unzähligen anderen Fällen kann durch gespendetes Blutplasma Leben gerettet oder ein weitgehend
beschwerdefreies Leben ermöglicht werden.
Bei der Plasmaspende wird wie bei der üblichen Vollblutspende aus einer Armvene eine bestimmte Menge Blut
entnommen. Doch im Unterschied zur Blutspende läuft das Blut hierbei durch ein spezielles medizinisches Gerät; darin
wird das Blutplasma direkt von den Blutzellen getrennt und gesammelt, während die Blutzellen dem Körper wieder
zugeführt werden. Dieses als Plasmapherese bezeichnete Verfahren belastet den Körper kaum: Innerhalb von zwei
Tagen hat der Organismus alle Bestandteile des entnommenen Plasmas wieder aufgebaut. Deshalb kann eine
Plasmaspende durchschnittlich alle ein bis zwei Wochen erfolgen.